Sterne geben Orientierung Jubilarehrung bei der Katholischen Frauengemeinschaft St. Pankratius / Roratemesse

Sterne geben Orientierung

Jubilarehrung bei der Katholischen Frauengemeinschaft St. Pankratius / Roratemesse

Von Ralf Steinhorst

Vorhelm – Im Kerzenschein feierten die Mitglieder der Katholischen Frauengemeinschaft von St. Pankratius (kfd) am Donnerstagnachmittag zunächst ihre Roratemesse in der Kirche, ehe es dann ins Pfarrheim zur gemütlichen Adventsfeier ging. In diesem Rahmen wurden auch langjährige Mitglieder geehrt.

„Wir haben uns ja mit der Roratemesse feierlich eingestimmt“, begrüßte die Vorsitzende Monika Schneider die kfd-Gemeinde bei heißem Glühwein und Punsch. Dieses Mal stellte sie den Stern in das Zentrum ihrer Gedanken. Denn gerade in der Adventszeit, die lange dunkle Nächte bietet, gelten Sterne als wichtiges Symbol. „Sie wecken die Sehnsucht von Menschen und geben Orientierung“, hielt Schneider fest.

Für die Christen sei der Stern von Bethlehem ein besonderer Stern, der auf Gott hinweist und neues Leben verheißt. „Gerade in Zeiten der Dunkelheit brauchen Menschen eine Verheißung, die Sehnsucht weckt und Hoffnung nährt“, erklärte die Sprecherin. Deshalb hielt die Frauengemeinschaft für ihre Mitglieder strahlend-rote Christsterne-Pflanzen als Geschenk bereit.

Traditionell wurden wieder langjährige Mitglieder geehrt. Dieses Mal 13 an der Zahl. Vor 70 Jahren trat Gerda Brüggemann der kfd, damals noch Mütterverein, bei. Die heute 95-Jährige nahm als älteste Teilnehmerin ihre Urkunde auf der Adventsfeier persönlich entgegen. Seit 65 Jahren ist Anna Fährenkämper in der Vorhelmer Frauengemeinschaft aktiv, seit 60 Jahren sind es Maria Heimann und Anna Wördemann. Über ihre Goldene Mitgliedschaft von 50 Jahren durften sich Ingrid Hoppe, Chistel Papenfort und Irmgard Piechotta freuen. Vor genau 40 Jahren trat Maria Mader in die Frauengemeinschaft ein. Irmgard Angsmann, Dorothee Dieckmann, Waltraud Huesmann, Mechthild Humberg sowie Annegret Vogel begingen ihr silbernes Jubiläum von 25 Jahren. Alle Jubilare erhielten eine Urkunde.

»Gerade in Zeiten der Dunkelheit brauchen Menschen eine Verheißung, die Sehnsucht weckt und Hoffnung nährt.«
Monika Schneider

Monika Schneider (links) und kfd-Präses Michael Kroes (rechts) gratulierten den Jubilarinnen Maria Mader, Waltraud Huesmann, Christel Papenfort, Gerda Brüggemann und Maria Heimann (v. l.).

Nikolaus besucht Dorfkinder mit der Kutsche / Guter Zweck

„In Vorhelm wohnen nur brave Leute“

Vorhelm – In Ahlen muss er zügig mit dem Hubschrauber eingeflogen werden. Sonst hätte es der Nikolaus zeitlich wohl kaum geschafft, im Hellbachdorf ganz traditionell mit der Kutsche anzureisen. Doch genau das ist ein echter Anreiz für die kleinen Vorhelmer, zum Dorfplatz zu kommen. Schließlich dürfen einige von ihnen selbst in dem Gefährt platznehmen.

„Wo bin ich denn hier?“, grummelt es durch den Rauschebart. „In Vorhelm“, erklärt Susanne Budt dem Nikolaus, als dieser – gezogen von zwei Ponys – vorfährt. Das gefällt dem Mann mit dem Bischofsstab, der augenzwinkernd meint: „Den Knecht Ruprecht habe ich acht Kilometer weiter geschickt – nach Ahlen.“ Susanne Budt, die ein weiteres Mal den Nikolausbesuch organisiert und finanziert hat, lacht und sagt: „In Vorhelm wohnen nur brave Leute.“

Und diese braven Leute sind am Mittwochabend zuhauf – geschätzt waren es mehr als 200 – vor ihr „Lädchen am Pilz“ gekommen. „Hut ab vor Susi“, meinte Guido Keil, denn nur so – mit viel Engagement – funktioniere das Dorfleben. Budt und ihre Mitarbeiterinnen hatten nicht nur 130 süße Tüten für die Kinder gepackt, die den Nikolaus (Dieter Weber aus Tönnishäuschen) dicht umringten. Sie hielten auch Waffeln, Kakao, Glühwein sowie Würstchen bereit und werden die Post mit den Weihnachtswünschen nach Engelskirchen zum Christkind schicken.

Ralf Budt hat sich am Nikolaustag freigenommen, um den heiligen Mann zusammen mit Heinrich Fröchte und dessen Mini-Shettys Tim und Tom nach Vorhelm zu kutschieren. Den ganzen Aufwand und die Kosten nehmen sie für „strahlende Kinderaugen“ und „weils sonst keiner macht“ in Kauf, sagt Susanne Budt. Denn auch der Erlös aus Speisen und Getränken bleibt nicht bei ihr, sondern geht ans Ferienlager der katholischen Kirche. Und dann schickt sie noch einen Dank an Heino Hilbert von der Stadtverwaltung sowie an Carlo Pinnschmidt von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG). Die WFG habe die Kosten für die Erlaubniserteilung zur Veranstaltung übernommen (25,60 Euro).Die Mini-Shettys Tim und Tom zogen den Kutschwagen mit Ralf Budt, Heinrich Fröchte und dem Nikolaus nach Vorhelm. Foto: Andrea Wittmann

Von all den Hintergrundaktivitäten haben die Kinder, die zum Nikolaus drängten, nichts mitbekommen. Mal selbstbewusst, mal eher schüchtern drückten sie ihm ihre Wunschzettel in die Hand und nahmen Süßes entgegen. Milla Wolf (10) hat nicht nur ihren Brief ans Christkind dabei (sie wünscht sich, wie sie unserer Zeitung verriet, ein E-Piano), sondern auch noch einen zweiten: Der sei von ihrer Mama. Und Sarah Wolf erklärte lachend, dass darin ganz profane Wünsche wie nach einer Uhr und Parfüm stünden.

Nela, Ella, Lena und Leni von der Flöten-Arbeitsgemeinschaft des Musikvereins spielten dem Nikolaus noch einige Weihnachtslieder, und Guido Keil meinte angesichts der schönen Stimmung: „Schade, dass man da nicht mehr draus machen kann. Zum Beispiel einen Weihnachtsmarkt.“

»Hut ab vor Susi.«
Guido Keil über die Organisatorin der Nikolausveranstaltung

WN – Zur Kerze kommen jetzt auch Sterne

Zur Kerze kommen jetzt auch Sterne

Winterdeko auf dem Dorfplatz hängt

-chw- Vorhelm – Seit vielen Jahren installiert der Heimatverein Vorhelm in der kalten Jahreszeit eine überdimensionale Adventskerze, wo an den wärmeren Tagen der Maibaum steht. Doch in diesem Jahr wird die Weihnachtsdeko um einige Hingucker ergänzt. „Wir haben jetzt auch Sterne, die im Dunkeln wunderbar leuchten“, sagt Willi Bücker, stellvertretender Vorsitzender des Heimatvereins. „Und sie sind selbst gebastelt.“
Am Donnerstagmorgen wurde die stimmungsvolle Deko über dem Dorfplatz erstmals aufgehängt. Parallel dazu hängt auch wieder eine Lichterkette in einem der großen Bäume neben der Kerze. „Wir hoffen, dass die stimmungsvolle Anlage nicht nur den Dorfbewohnern, sondern auch allen anderen Passanten, die durch Vorhelm kommen, eine Freude bereitet“, so Willi Bücker.

 

Willi Bücker 2017

WN 03.12.2017 Alte Mühle platzte aus allen Nähten

Alte Mühle platzte aus allen Nähten

Unerwartet großer Andrang herrschte bei der plattdeutschen Wibbelt-Lesung des Heimatvereins Vorhelm

Von Ralf Steinhorst

Vorhelm – Zwei Vorleser und ein bis zum allerletzten Platz besetztes Wibbeltzimmer in der Alten Mühle: Mit diesem unerwarteten Andrang sah sich am Mittwoch der Heimatverein Vorhelm konfrontiert. Doch kein Grund zu verzagen, denn etwas enger zusammengerückt und mit einigen zusätzlichen Sitzgelegenheiten aus dem Obergeschoss ausgestattet, ließ sich der Nachmittag umso gemütlicher gestalten.
Keine Frage: Die plattdeutschen Wibbelt-Lesungen von Hildegard Latzel und Christoph Kaldewei bekommen immer mehr Anhänger. „So viele Zuhörer hatten wir noch nie“, verschlug es Christoph Kaldewei beim Blick in die Runde fast die Sprache. Immer im Frühjahr und Herbst liest Kaldewei zusammen mit Latzel plattdeutsche Geschichten vor – in der Regel aus der Feder von Heimatdichter Augustin Wibbelt.
Im Frühjahr fand das Angebot gerade mal zehn Zuhörer, vorwiegend aus Vorhelm, die an einem Tisch mit Plätzchen, Kuchen und Kaffee Platz fanden. Dieses Mal trugen sich sage und schreibe 42 Zuhörer in das Gästebuch ein. Somit standen die Stuhlreihen in Zweier- und Dreierreihen um den Kaffeetisch. Der Blick in das Wibbeltzimmer offenbarte zugleich, dass sich die Wibbelt-Lesungen inzwischen auch bis nach Ahlen und in umliegende Orte herumgesprochen haben.
Dieses Mal zitierten die beiden Vorleser Auszüge aus dem ersten Buch des zweibändigen Romanwerks „In der Stadt“, das im Jahr 1906 veröffentlicht wurde.
Der Roman spielt in Münster, wo sich der Landbauer Schulte Witte mit seiner Frau niedergelassen hat. Schulte Wittes Frau wünscht sich ein Leben in der Stadt, wovon sie sich mehr Bildung und Kultur verspricht als auf dem Land.
Auch fühlt sie sich mehr der hochdeutschen Sprache verbunden: Das auf dem Land gesprochene Plattdeutsch liegt ihr nicht. Beide geben also ihren Hof auf, den ihr Sohn Werner dann mit seiner Frau Tilda übernimmt.
Augustin Wibbelt wollte mit seinem Buch den äußeren Schein des städtischen Lebens darstellen, das konträr zum eher nüchternen Denken auf dem Land stehe. Somit stellt das neue Leben die Schulte Wittes in Münster vor eine große Herausforderung.


»So viele Zuhörer hatten wir noch nie.« so
Christoph Kaldewei

Hildegard Latzel und Christoph Kaldewei (3. u. 4. v. l.) gewinnen bei ihren Wibbelt-Lesungen immer mehr Zuhörer, so dass das Wibbeltzimmer fast aus allen Nähten platzte