Wulfbert von Vorhelm

Wulfbert von Vorhelm (Version für Jahrbuch)

Von Pastor Hermann Honermann, für seine Arbeit möchten wir an dieser Stelle bedanken!

Einleitung
Es sind schon etliche Jahre her, da fuhren einige Leute aus den Gemeinden St. Bartholomäus in Ahlen und St. Pankratius in Vorhelm nach Essen-Werden. Dort feierten sie in der Abteikirche gemeinsam eine hl. Messe mit Krankensegnung und Krankensalbung. Dort in der Krypta befindet sich das Grab des heiligen Bischofs Liudger, der einst in Ahlen einen Blinden geheilt haben soll.
Einige Vorhelmer wissen davon, daß im Jahr 864 Wulfbert aus Vorhelm mit seinem kranken Sohn nach Werden gepilgert war, dort betete und dankbar die Heilung seines Kindes erleben durfte.
Während über die Blindenheilung schon mehrfach berichtet wurde, ist über die für Vorhelm so wichtige Wulfberterzählung noch nie näher geforscht worden. In „Vorhelm. Ein Heimatbuch“, das 1954 vom Heimatverein herausgegeben wurde, wird sie auf Seite 10 nur kurz erwähnt.
Wie war das vor rund 1150 Jahren? In welchem Zusammenhang steht das Erzählte? Wie zuverlässig sind die Quellen und wie sind sie zu verstehen? Ist es nur fromme Legende oder doch mehr? Im Folgenden soll diesen Fragen nachgegangen werden.

Der geschichtliche Rahmen
Zwischen dem Frankenkönig Karl und den Sachsen kam es in den Jahren 772 bis 804 immer
wieder zu kriegerischen Auseinandersetzungen. Die Sachsen verteidigten ihre Freiheit und
Unabhängigkeit, Karl dagegen versuchte, die Sachsen seiner Herrschaft zu unterwerfen und
so sein großes Reich zu sichern. Zugleich sollten die Sachsen die Staatsreligion des
Frankenreiches, den christlichen Glauben annehmen.
Karl der Große setzte auf Waffengewalt. Waren doch auch die Sachsen nicht gerade friedlich
und hatten wiederholt die Franken angegriffen. Als Karl der Große 776 abwesend war,
erhoben sich die Sachsen unter ihrem Herzog Widukind und verjagten die fränkischen
Besatzer, zerstörten bis an den Rhein Kirchen und Klöster, vertrieben die Missionare,
verübten Mord, Brandschatzung und Raub und zwangen die Leute, wieder den alten Götzen
zu opfern.
Kriegerisch wie die Sachsen erscheinen auch ihre Götter: Wodan der Wüterich, Donar, der Donnergott, der seinen Hammer schleuderte, und ihr Kriegsgott Saxnot. Diese dienten vor allem dazu, ihnen bei den Kriegen zum Sieg zu verhelfen. Um den Beistand ihrer Götter zu gewinnen, opferten sie ihnen sogar Menschen. Solange die Sachsen siegten, war das für sie der schlagende Beweis, daß ihre Götter doch die stärkeren waren.
Für den Frankenkönig Karl stand fest, daß die Sachsen nur dadurch für den christlichen Glauben zu gewinnen seien, daß man sie durch militärische Macht unterwarf, als Beweis für die Machtlosigkeit ihrer Götter, so wie schon Bonifatius die Machtlosigkeit Donars durch das Fällen der Donareiche bewiesen hatte.

Die Vermittlung christlichen Glaubens
Nach heftigen Kämpfen gab sich Widukind, der Herzog der Sachsen, schließlich im Jahr 785 geschlagen und ließ sich taufen. Karl der Große war sein Taufpate. Die Erzfeinde waren Glaubensbrüder geworden. Dies war ein großer Akt der Versöhnung und der entscheidende Schritt zum Frieden. Karl befahl, daß jetzt alle Sachsen sich taufen lassen mußten. Gegen diese Zwangstaufen hatten Missionare und Theologen durchaus Bedenken. Aber Karl der Große hatte das Sagen.
Damit die Sachsen nun auch in ihren Herzen den Glauben annehmen konnten, wirkten die Missionare mit der werbenden Botschaft des Evangeliums. Unter den ersten und führenden Missionaren war im östlichen Münsterland vor allem Abt Bernrad tätig. Während seiner Tätigkeit dürften spätestens im Jahr 785 Warendorf und wohl auch Liesborn und Ahlen Missionsstationen geworden sein, während Beckum und Freckenhorst schon in den Jahren ab 772 als solche existierten.
Diese früh existierenden Missionsstationen stehen wahrscheinlich in Zusammenhang mit karolingisch-ekbertinischen, also fränkischen Besitzungen im östlichen Münsterland, worauf auch die Ortsnamen auf -heim hindeuten, wie Beckum = Beckehem. Sollte dann nicht auch der Name Vorhelm als das Heim vor der Helle auf fränkischen Besitz hinweisen?

Liudger errichtete im Jahr 793 das Bistum Münster und wurde erster Bischof. Außerdem gründete er in Werden an der Ruhr um das Jahr 799 eine Benediktinerabtei.
Vor der Taufe mußten die Täuflinge den alten Göttern absagen. An die Stelle des donnernden Donar, des wütenden Wodan und des kämpfenden Saxnot trat nun ein Gott als Freund der Menschen.
Nach Karl dem Großen folgte 814 sein Sohn Ludwig der Fromme, der sich um die Reform des Reiches und der Kirche bemühte. In seiner Zeit entstand der „Heliand“, eine Nacherzählung des Evangeliums in Stabreim und in der Sprache der Sachsen, die ja auch Wulfberts Sprache war.
Dazu ein kleines Zitat aus dem Heliand, ein Vers aus den Seligpreisungen, der uns nicht nur die Sprache, sondern auch die Botschaft vermittelt:

Quath that ôc sâlige wârin thie the fridusamo undar thesumu folke libbiod
endi ni williad ênige fehta gewirken, saca mid iro selvoro dâdiun:
thie môtun wesan suni drohtines genimnide, hwande he im will genâdig werden;
thes môtun sie niotan lango selvon thes sînes rîkies.

Wortnah übersetzt:
[Jesus] sagte, daß auch selig wären die, die friedsam unter diesem Volk leben
und nicht wollen irgendwelche Fehden bewirken, Streitsachen mit ihrer selbst Taten:
Sie werden Söhne des Herrn genannt werden, denn er wird ihnen gnädig sein,
sie werden lange seines Reiches genießen.

So wurde den Menschen die christliche Botschaft vermittelt: Gottes Liebe zu den Menschen und die Nächstenliebe von Mensch zu Mensch, ja sogar Liebe zu den Feinden, Versöhnung und Frieden. Das waren ganz andere Töne. Ein Volk wurde christlich. Was die Missionare damals bei unsern Vorfahren bewirkt haben, wenn auch mit manchen Rückschlägen, läßt sich gar nicht hoch genug bewerten. An die Stelle der germanischen Kriegshelden waren die Heiligen getreten. Deren Gräber und Reliquien übten auf die Menschen damals eine fast magische Kraft aus. Von ihnen erhoffte man sich Heil und Heilung.

Die Zeit, als Wulfbert lebte

Auf Ludwig den Frommen folgte 843 dessen Sohn Ludwig der Deutsche. Das große fränkische Reich war nun geteilt. Im Westen Frankreich, im Osten Deutschland, dazwischen Lothars Anteil. Um die Mitte des 9. Jahrhunderts gab es Streit unter den Nachkommen Karls des Großen. Dabei gab es schon genug Feinde von außen: Ludwig der Deutsche kämpfte gegen die Sarazenen, die mit Waffengewalt den Islam verbreiteten und den Orient, Nordafrika und Spanien vereinnahmt hatten. Zugleich mußte man sich gegen die zahlreichen Überfälle der Normannen (Wikinger) verteidigen. Im Jahr 850 herrschte im Ostfrankenland, also in Deutschland, eine schwere Hungersnot. Im Jahr 860 schlossen Ludwig der Deutsche, Karl der Kahle und Lothar II. in Koblenz Frieden.
Damals war Vorhelm eine kleine Ansiedlung mit wenigen Häusern aus Holz oder Fachwerk.
Die Bewohner hatten ihre Gärten, lebten von Ackerbau und Viehzucht. Die meisten von ihnen
waren Eigenhörige, zu Abgaben und Diensten verpflichtet, nur wenige zählten zu den Freien
wie der Adel oder der Klerus.
Die nächstgelegenen Kirchen befanden sich in Ahlen und Beckum. Hier wurde Gottesdienst gefeiert, gepredigt, getauft und getraut. Gemäß Erlaß Karls des Großen mußten die Verstorbenen rund um die Kirche beerdigt werden, nicht mehr auf den alten heidnischen Begräbnisplätzen. Darum ist anzunehmen, daß die Vorhelmer zunächst bei der Kirche in Ahlen oder Beckum beerdigt wurden, bis Vorhelm nach mehr als drei Jahrhunderten eine eigene Kirche mit Friedhof hatte.
Die heilige Messe wurde in lateinischer Sprache zelebriert und machte auf die Teilnehmer einen eher mystischen Eindruck. Gepredigt wurde selbstverständlich in der damaligen Volkssprache, dem alten Sächsisch.
Es gab schon den später genannten „Friesenweg“, der von Münster kommend weiter nach Beckum führte und hinter Vorhelm zur „Helle“ anstieg, weshalb man den dortigen Ort Vorhellehem – Vorhelm nannte. Ein anderer alter Weg, der Hellweg oder die „Via regia“ führte von Warendorf kommend an Vorhelm vorbei nach Ahlen und weiter nach Süden und Südwesten. Vorhelm lag also keineswegs abseits der Wege, sodaß Handel und andere Kontakte möglich waren.
Zur Zeit Wulfberts war Liudbert Bischof von Münster. Er genoß hohes Ansehen über das Bistum Münster hinaus. Wohl in seiner Amtszeit wurde die Pfarrgemeinde St. Magnus in Everswinkel errichtet, denn der Bischof hatte vom damaligen Papst Nikolaus I. Reliquien des hl. Magnus erhalten.
In seine Amtszeit fällt auch die Gründung des Kanonissenstifts Freckenhorst im Jahr 856. Kloster Freckenhorst „wurde für die religiöse Durchdringung des Landes von hoher Bedeutung. Das Stift verdankt seine Entstehung dem sächsischen Edelherrn Everward und seiner Frau Geva.“
Liudbert war der erste Bischof von Münster, der nicht mehr mit Liudgers Familie verwandt war. Dadurch kam es zur Trennung zwischen dem Kloster in Werden und dem Bistum Münster. Die Ludgerianischen Verwandten „bemächtigten sich der Abtei und setzten Pröpste ein, die den Konvent bedrückten. Mit dem religiösen Leben ging es schnell bergab. In ihrer Not wandten sich die Mönche an den königlichen Hof. Auf einer Synode, die… wahrscheinlich 864 stattfandt, wurden die Mönche für die rechtmäßigen Erben erklärt. Sie erhielten freie Abtswahl. Hildigrim der Jüngere wurde darauf Abt von Werden.“
Damit begann für das Kloster Werden eine bessere Zeit, Religiösität und Kultur kamen zu neuer Blüte. Außerdem hatte König Lothar im Jahr 863 bei Neuss die Normannen besiegt, die bis dahin mit ihren Raubzügen Land und Leute heimgesucht hatten. In dieser friedlichen Zeit wurde im Kloster Werden die dritte Vita über den heiligen Liudger geschrieben, worin sich auch die Wulfbertgeschichte findet.

Die Quelle: Vita tertia sancti Liudgeri
Die Viten, das heißt die Erzählungen über die Heiligen und ihr heilsames Wirken spielten in der damaligen Glaubensverkündigung eine nicht zu unterschätzende Rolle. Über Liudger sind drei Viten überliefert. Die lateinischen Texte wurden 1881 durch Wilhelm Diekamp herausgegeben. Diese Ausgabe ist auch heute noch wissenschaftlich anerkannt und hat nach wie vor ihre Richtigkeit.
Die erste Vita wurde von Liudgers Neffen Altfrid geschrieben, der dritter Bischof von Münster war (839-849). Die zweite Vita entstand um das Jahr 850 und erzählt u.a. von der Heilung eines Blinden in Ahlen.
Die Geschichte von Wulfbert aus Vorhelm findet sich in der dritten Vita. Diese ist nach Diekamp bald nach den Wirrnissen um die Mitte des 9. Jahrhunderts geschrieben, nicht allzulange nach 864. Sie beginnt mit einem Gruß und Segenswunsch der Mönche im Kloster zu Werden an alle Christgläubigen. Verfasser sind also die Mönche der Benediktinerabtei Werden.
Diese 3. Vita besteht aus zwei Büchern. Das erste Buch umfaßt die Zeit bis zum Tod Liudgers im Jahr 809. Dann folgt Buch 2 mit 38 Kapitelchen über die Zeit nach Liudgers Tod. Erzählt wird über wundersame Ereignisse und Heilungen von Kranken durch die Fürsprache des hl. Liudger. Vieles davon ist aus den Viten 1 und 2 übernommen. Im ersten Teil des zweiten Buches wirkt manches legendenhaft.
Was aber ab Kapitel 26 folgt, hebt sich von dem Vorausgehenden ab und hat mit der oben erwähnten neuen Situation des Klosters ab dem Jahr 864 zu tun. Diesen zweiten Teil des zweiten Buches der dritten Vita mit der Wulfbertgeschichte gilt es näher zu betrachten.

Neues ab dem Jahr 864
Im Kapitel 26 heißt es:
„Wir aber wollen das, was ziemlich lange zurück liegt, was andere bezeugen gesehen zu haben, zurücklassen, und lieber darauf die Aufmerksamkeit lenken, was wir nicht aus weiter Ferne suchen müssen, sondern auf das, was in jüngster Zeit, das heißt ab dem Jahr 864 nachweislich geschehen ist.“
Durch Gottes Gnade seien nun wieder neue Zeichen geschehen:
„Diese Zeichen teilen wir den Hörern umso zweifelsfreier mit, da wir sie nicht vom
Hörensagen erfahren haben, wie das meiste Vorige, sondern mit eigenen Augen gesehen
haben.“

Ab hier geht es also um Ereignisse aus jüngster Zeit, über welche die Autoren als Augenzeugen berichten. Sie gebrauchen übrigens nicht das Wort Wunder (miracula), sondern das Wort Zeichen (signa). Sie schreiben mit zurückhaltender Nüchternheit und machen historisch verifizierbare Angaben. Sie sprechen eher von Heilungsprozessen als von sensationellen Mirakeln, wenn auch hier und da einiges mirakulös erscheint.
Werfen wir einen Blick auf einige dieser „Zeichen“, die in jüngster Zeit ab dem Jahr 864 geschehen sind:

Im Kapitel 27 erzählen die Schreiber von gewissen Zeichen, die ihr Mitbruder Thiathard in der Krypta am Grab des heiligen Liudger bei nächtlichem Gebet erlebt habe. Seine Aussagen seien glaubwürdig. Thiathard ist bezeugt als Schreiber von Urkunden des Klosters in den Jahren 841-847.
Auch eine nächtliche Lichtsäule über dem Kloster habe man gesehen. Möglich, daß es ein Polarlicht war, das sich schon mal in unseren Breiten zeigen kann, wenn auch selten. Für die Menschen damals war es eine himmlische Erscheinung, weil sie es nicht anders zu deuten wußten.

Kapitel 30 erzählt von einem blinden Mädchen, das nach ihrer Heilung in ein Kloster in Essen eingetreten sei.
Kapitel 31 berichtet von einem blinden Mädchen aus Balve im Sauerland. Seine Eltern brachten es zum Grab des hl. Liudger. Auch dieses Mädchen sei geheilt worden.
Kapitel 32 weiß von einem Bauern, dessen Hof zu den Gütern des Klosters gehörte. Auch dessen gelähmte Tochter sei geheilt worden, nachdem der Vater sie mit der Wiege in die Kirche gestellt habe.
Kapitel 33 greift eine ältere Begebenheit aus dem Dorf Flierich bei Hamm auf. Da sei eine hochschwangere Frau gewesen, die kurz vor der Geburt ihrer Tochter erkrankt und völlig verkrümmt sei. Nach der Geburt sei das Kind ebenso verkrümmt gewesen. Drei Jahre habe diese Krankheit gewährt. So erzählte man. Nun im vierten Jahr seien Mutter und Kind auf einem Karren zum Kloster in Werden gebracht worden und durften dort in der Krypta am Grab Liudgers übernachten. Am Morgen seien Mutter und Kind gesund gewesen.

Kapitel 34 bietet eine weitere Möglichkeit der Datierung.
Eine vornehme Frau aus dem Ort Altenbögge bei Böhnen sei seit 12 Jahren völlig gelähmt gewesen. Niemand und nichts habe ihr helfen können. Sie setzte ihre Hoffnung einzig auf Gottes Hilfe.
Inzwischen kam das Gerücht auf, daß durch die Heiligen, deren Reliquien, die der ehrwürdige Abt Adalgarius von Frankreich geholt hatte, viele Wunderkräfte („virtutes“) wirkten. Als der Transport mit diesen Reliquien näher kam, wurde besagte Gelähmte ihnen entgegengeführt. Diese erfuhr „durch die Verdienste der Heiligen“ eine teilweise Besserung ihres Leidens und faßte neue Hoffnung. Man beachte, daß die Verfasser hier von einem Gerücht sprechen („fama exivit“) und nicht von magischen Kräften der Reliquien, sondern vom wirksamen Gebet der Heiligen.
Diekamp weist in einer Fußnote darauf hin, daß Adalgar ohne Zweifel der Abt von Corvey 856-877 war und daß nach den Annalen von Corvey die Reliquien der hl. Liudtrudis im Jahr 864 von Frankreich nach Corvey an der Weser übertragen worden bzw. dort im Jahr 864 angekommen seien, wie schon 860 auch die Reliquien der hl. Pusinna.
Nach vielen Tagen („post multos dies“), also nicht nach Jahren oder Monaten, sei die Gelähmte zum Kloster in Werden gefahren worden, wo sie zwei Nächte in der Krypta am Grab habe verbringen dürfen. Danach sei sie völlig geheilt gewesen. Dieses muß also noch im Jahr 864 oder spätestens im Jahr 865 gewesen sein.

Kapitel 35: Radbrand vom Hof Bramsel in der Pfarrei Waltrop (dieser Hof wird in den Einkünftelisten des Kloster genannt) war todkrank und man bereitete schon seine Beerdigung vor. Seine Frau bewegte ihn dazu, das Gelübde zu machen, daß, wenn er gesund würde, er dem Kloster Gaben bringen wolle. Er gelobte es und sei geheilt worden.

Kapitel 36 erzählt von der allmählichen Heilung eines Mädchens, daß wegen geschwollener Kniekehlen große Schmerzen ertragen mußte und nicht gehen konnte. Der Vater brachte es zum Grab des heiligen Liudger. Nach und nach sei Heilung eingetreten.
Kapitel 37 ist der letzte Heilungsbericht der Vita. Hier wird über Wulfbert erzählt.

Wulfbert und sein krankes Kind Amulger

 

Lateinischer Text Übersetzung
De infante miserabiliter cruciato Das erbärmlich leidende Kind
Quidam de villa Furelmi Vulfbertus filium habuit nomine Amulgerum, qui quinque post nativitatem suam mensium spacio gravissimo iuxta tantillae aetatis modulum languore pregravatus cunctis se miserabilem prebebat Ein gewisser Wulfbert aus dem Ort Vorhelm hatte einen Sohn namens Amulger, welcher fünf Monate nach seiner Geburt bei diesem zarten Alter durch völlige Entkräftung äußerst erschöpft war für alle ein mitleidweckender Anblick.
Non solum quippe aegritudinis violentia flebilis, sed et digitis in volam implexis et pedibus incurvis miserabiliter erat contractus, Nicht nur, daß die Heftigkeit seiner Krankheit zu Tränen rührte, sondern er war auch mit den bis in die hohle Hand hinein verkrümmten Fingern und mit verbogenen Füßen erbärmlich verkrampft.
quodque miserrimum videbatur, visu quoque oculorum carebat. Und was wohl das Bedauerlichste zu sein schien, ihm fehlte auch das Augenlicht.
Quae tamen in tantillo corpusculo paena non tam infantulum, qui paciebatur, quam paterna viscera torquebat. Dieses Martyrium in so einem kleinen Körperchen quälte nicht nur das leidende Kindchen, sondern mehr noch das Herz des Vaters.
Proinde sciens ab eo remedium sibi venturum, cuius iudicio talis effectus est, per merita Sancti Liudgeri divinum pater auxilium implorare intendit. Da er wußte, daß von dem nur Heilung zu erwarten war, durch dessen Zulassung solches geschehen war, beschloß der Vater, durch die Verdienste des heiligen Liudger göttliche Hilfe zu erflehen.
Denique fide et devotione, qua paternos affectus decebat, ad eius eum memoriam se allaturum devovit. Und schließlich, mit einem Vertrauen und einer Gottergebenheit, wie sie seiner väterlichen Liebe entsprachen, gelobte er, sein Kind zum Grab des heiligen Liudger zu tragen.
Quo facto paulatim infans meliorari et pristinae sanitati, dolore ablato, restitui caepit. Schon als er dies gelobt hatte, begann sich der Zustand des Kindes allmählich zu bessern, die Schmerzen nachzulassen und die ursprüngliche Gesundheit wiederzukehren.
Unde pater indubitatam iam de integra eius salvatione spem concipiens, Daraus schöpfte der Vater die ungezweifelte Zuversicht, daß sein Kind auch die volle Gesundheit erlangen werde,
voti sui sponsionem cum omni festinatione adimplere curavit, und bemühte sich in aller Eile, sein Gelübde zu erfüllen.
itaque infantulo secum assumpto ad Werdhinensem ecclesiam tetendit. So nahm er das Kindchen mit sich und machte sich auf den Weg zur Kirche in Werden.
Quo cum pervenisset, de iam collato sibi beneficio gratias egit, de conferendo supplex oravit. Als er da angekommen war, sagte er Dank für die ihm bereits gewährte Gnade und betete inständig um weitere Hilfe.
Nec spe sua est frustratus, quam de divina pietate et meritis Sancti Liudgeri concoepit, Und er wurde nicht enttäuscht in seiner Zuversicht, die er dank der göttlichen Liebe und der Verdienste des heiligen Liudger gefaßt hatte.
nam in cripta cum puero pernoctare permissus, incolumem reportavit, quem contractum adduxit. Denn nachdem ihm gestattet worden war, die Nacht über mit seinem Jungen in der Krypta zu verweilen, trug er ihn gesund nach Hause, den er verkrampft hergeführt hatte.

Die Vita schließt dann mit den Worten:
„Dies alles hat der heilige und wahrhaft selige Bekenner Christi Liudger empfangen aus dem unerschöpflichen Quell des wahren Heils. Er lädt uns dazu ein, daß wir über die Sorge um das leibliche Wohl hinaus das Seelenheil suchen, damit wir… einmal hingelangen mögen zur ewigen Seligkeit…“

Zur Deutung der Wulfbertgeschichte

Datierung und Glaubwürdigkeit
Kapitel 37 mit dem letzten der wundersamen Zeichen gehört mit hoher Gewißheit in das Jahr 864 oder 865. Wenn also die Vita 3 im Jahr 864 oder unmittelbar danach geschrieben ist, so müßte erst recht die Wulfbertgeschichte in jüngster Zeit („proximo tempore“) passiert sein und wird, wie oben schon festgestellt, von Augenzeugen erzählt. Damit hat die Wulfbertgeschichte eine verhältnismäßig hohe Glaubwürdigkeit. In den Bereich von Legende oder gar Märchen kann man sie mit Sicherheit nicht abschieben.
Wohl ist die Wulfbertgeschichte eine tendenziöse Schrift in dem Sinn, daß sie für den christlichen Glauben, mehr noch für das chistliche Leben wirbt und die Ehre des hl. Liudger hervorhebt, also Erbauungsliteratur im besten Sinne des Wortes. Aber dafür müssen die schreibenden Mönche keine Geschichten erfinden. Man mag über ihre Sichtweise der Dinge reflektieren, aber hinter den Erzählungen stehen real existierende Menschen mit ihren Krankheiten und Sorgen. Leidensgeschichten gab es genug, und die geschilderten lassen sich durchaus an historische Orte und Daten anbinden. Oder wie Angenendt es gleichsam als Schlußwort seines Buches über Liudger sagt: „Lange hat die moderne Forschung die Wunderberichte als Märchenerzählungen und Mönchsbetrug zur Steigerung eigener Einkünfte angesehen. Heute wird hier ein Kapitel der Sozialgeschichte gerade auch des einfachen Volkes entdeckt.“

Furelmi = Vorhelm
Sicher ist auch die Lokalisierung der im lateinischen Text genannten „villa Furelmi“. Das
nachklassisch lateinische „villa“ steht für Ort, Dorf, Ansiedlung oder Bauerschaft.
„Furelmi“ ist zwar bei weitem der älteste Beleg des Ortsnamens Vorhelm, aber schon deswegen nicht die ursprüngliche Version, weil es sich um eine Latinisierung des sächsischen Ortsnamen handelt. Die Version „Furelmi“ steht daher isoliert gegenüber allen anderen Belegen, wo der Ortsname stets mit einem „h“ in der Mitte geschrieben sind.
In den romanischen Sprachen wird bekanntlich das „h“ häufig vernachlässigt. Also ließ der Latein schreibende Mönch nicht nur das „h“ weg, er mußte auch statt v ein f schreiben, weil im Lateinischen ein v als w gesprochen würde. So wurde aus dem sächsisch bzw. fränkisch gesprochenen Vorhellehem ein lateinisches Furelmi. Das i am Ende entspricht dem lateinischen Lokativ. Die Identität von Furelmi und Vorhelm steht außer Frage.

Amulgers Krankheit
Folgende Symptome werden genannt: Völlige Entkräftung, verkrampfte Hände und Füße, Blindheit. Am Ende wird ausdrücklich die generelle Verkrampfung des Kindes angeführt.
Welche Diagnose könnte damit heute ein Arzt stellen?
Ich habe einen Arzt gefragt. Er tippte gleich auf Wundstarrkrampf (Tetanus) und sagte, daß schon die kleinste Wunde zu einer Infektion führen könne. Diese Krankheit sei in ärmeren Ländern noch verbreitet und war es in früheren Zeiten sicher auch bei uns. Nach älterer Darstellung ist die Krankheit ohne vorausgehende Schutzimpfung bis zu 90% tödlich.
Von der Infektion bis zum Auftreten der ersten Symptome könne bis zu einem Monat verstreichen. Da Amulger bereits fünf Monate alt war, scheidet eine Infektion bei der Geburt aus. Außerdem spricht die Wulfbertgeschichte von der „ursprünglichen Gesundheit“ des Kindes.
Die bei Tetanus genannten Symptome wie Muskelkrämpfe, Schluckbeschwerden mit daraus folgender Mangelernährung und Entkräftung, verzerrte Mimik, starke Schmerzen und auch Sehstörungen passen durchaus zu den in der Wulfbertgeschichte genannten, so daß es doch gut möglich ist, daß Amulger an Wundstarrkrampf erkrankt war. Die Darstellung ist also nachvollziehbar und glaubwürdig. Die detaillierte Beschreibung der verkrampften Hände und der anderen Symptome lassen sogar vermuten, daß die Verfasser der Vita das Kind selbst gesehen haben.

Wulfberts Glaube
Wulfbert hatte viel Gutes über den hl. Liudger gehört. Auch schon damals feierte man Liudgers Gedenktag, an dem in den Gottesdiensten auf ihn hingewiesen wurde als einen Mann, der Gott nahe stehe und ein guter Fürsprecher bei Gott sei. Wahrscheinlich wußte man auch noch von der Blindenheilung in Ahlen vor etwa zwei Generationen und wohl auch von Heilungen nach Gebet am Grab des Heiligen in Werden.
Wulfbert vertraut auf diesen Fürsprecher und bittet durch ihn um Gottes Hilfe.
Der Glaube Wulfberts wird lobend hervorgehoben, ja wie ein Vorbild hingestellt. Bekanntlich wurde aus den Liudger-Viten im Kloster Werden und wohl auch sonstwo immer wieder vorgelesen, so daß man von Wulfbert und Amulger auch außerhalb Vorhelms hören konnte.

Wulfberts Gottvertrauen entspricht seiner väterlichen Liebe. Schade, daß wir nichts über seine Frau erfahren, über ihre mütterliche Liebe und Sorge, über ihren Glauben.
Wulfbert macht ein Gelübde: Er verspricht, sein krankes Kind zum Grab des hl. Liudger zu tragen. Schon dieses Gelübde bewirkt Segen und eine allmähliche Besserung des Kindes. Man beachte, daß hier und weiter von einem Prozeß der Heilung die Rede ist, nicht von einem plötzlichen Wunder wie in Legenden oder Märchen.
Wulfbert macht sich auf den Weg. Wohl nicht allein mit seinem Kind. Ein Kind von fünf Monaten mußte noch gestillt werden, wie schwierig die Nahrungsaufnahme wegen der Krankheit auch sein mochte. Von daher müßte mindestens die Mutter mitgepilgert sein, vielleicht auch andere.
Die Strecke von Vorhelm nach Werden an der Ruhr betrug etwa 100 Kilometer und führte zumindest am Anfang über die schon genannte Via regia oder Hellweg über Ahlen und Dortmund. Wahrscheinlich waren sie Fußpilger und trugen ihr Kind. Wulfbert gelobte ja ausdrücklich, „sein Kind zum Grab des hl. Liudger zu tragen“. Mit einem schwerkranken Kind auf einem Pferd oder in einer rüttelnden Karre auf schlechten Wegen, das mag man sich kaum vorstellen. Außerdem lösen, wenn es sich um Wundstarrkrampf handelte, gerade auch Erschütterungen Krampfanfälle aus. Das Kind mußte behutsam getragen werden.
Wie waren Weg und Wetter? Wieviele Tage brauchten sie? Wo und wie konnten sie übernachten? Wie war das in Werden? Die Mönche waren Benediktiner und gemäß ihrer Ordensregel fühlten sie sich besonders zur Gastfreundschaft verpflichtet. Die wird den Leuten aus Vorhelm gutgetan haben. Sie haben, wie schon viele vor ihnen, über Nacht in der Krypta, am Grab des Heiligen gebetet und am Ende war das Kind gesund. Bei solcher Krankheit kann man dann schon von einem Wunder sprechen.

Wulfbert von Vorhelm aus der Bauerschaft Gore?
Daß Geheilte bzw. deren Angehörige nach Heilung dem Kloster Gaben zukommen ließen,
war durchaus üblich. Könnte sich auch Wulfbert beim Kloster in Werden bedankt haben?
Gibt es von dort Dokumente, aus denen solches hervorgehen könnte?
Die ältesten Urkunden des Klosters ab dem Jahr 799 enthalten nichts über Vorhelm oder Wulfbert. Dagegen könnte das Werdener Urbar aus der Zeit 880-890, das älteste Einkünfteregister des Klosters, eine mögliche Spur aufweisen. Unter den Abgaben aus dem Dreingau, wozu auch Vorhelm gehörte, taucht eine Abgabe aus der Bauerschaft Gore („de villa Goara“) auf. Die villa Goara (Gore, Gahr) Vorhelm zur Zeit Wulfberts und späterer Ort der Kirche
ist der einzige im Urbar
genannte Ort mit eindeutigem Bezug zu Vorhelm.
Die ehemalige Bauerschaft Gore lag im Grenzbereich zwischen Vorhelm und Beckum. Dazu gehörten Höfe wie Pellengahr, Overgahr, Schulte zum Gahr, auch die Höfe Schulte Middig und Thieman (vormals Avermiddig) und vielleicht auch der Hof tor Helle (Hellmann) mit einem Kotten. Außer Pellengahr und Overgahr liegen alle anderen genannten Höfe jetzt auf Vorhelmer Gebiet. Die im bischöflichen Lehenregister genannten niederer und oberer Hof tom Gore lassen sich nicht klar identifizieren.

Die Niederschrift der Abgaben geschah etwa 20 Jahre nach Wulfberts Gang zu Liudgers Grab, also fast eine Generation später.
Aus der Bauerschaft Gore gab ein gewisser Dago an das Kloster in Werden 40 Scheffel Hafer, 12 Scheffel Gerste und Sonstiges. In den späteren Registern des Klosters ist von dieser Abgabe nichts mehr zu finden. War es doch nur eine einmalige Spende?

Könnte Dago aus der villa Goara mit Wulfberts Familie zu tun haben? Weder Wulfbert noch Dago ist ein Familien- oder Hofname. Damals kannte man im Prinzip nur Vornamen.
Eine familiäre Beziehung zwischen Wulfbert und Dago läßt sich daher weder beweisen noch ausschließen.
Aber das ist auch nicht das Wesentliche. Entscheidend und zugleich erfreulich ist es, daß nicht nur der Ort Vorhelm, sondern auch das Vorhandensein christlichen Glaubens an diesem Ort schon so früh nachgewiesen ist, vor rund 1150 Jahren!
Hermann Honermann

Die Bilder sind abgedruckt mit freundlicher Erlaubnis von
Communitas sancti Liudgeri, Die Grablege St. Liudgers… in Essen Werden, S. 13,
Westf. Museum für Archäologie, Ausstellungskatalog: Liudger wird Bischof, S. 33
Kloster Beuron (für das Faksimile, wie für „Vorhelm. Ein Heimatbuch“)
Immunization Action Coalition, Saint Paul, MN, USA (Wundstarrkrampf)

Benutzte Literatur
Angenendt, Arnold: Liudger, Missionar – Abt – Bischof im frühen Mittelalter, Münster 2005
Blok, Dirk Peter, Hrsg: De oudste oorkonden van het klooster Werden, Assen 1960,
Van Gorcum’s Historische Bibliotheek 61
Diekamp, Wilhelm, Hrsg: Die vitae sancti Liudgeri. Münster 1881
Die Geschichtsquellen des Bisthums Münster, 4. Band
Fischer, Detlef: Chronik des Münsterlandes, Münster 2003
Freise, Eckhard, Hrsg: Die Vita Sancti Liudgeri. Text, Übersetzung und Kommentar.
Graz/Bielefeld 1999
Golther, Wolfgang: Handbuch der Germanischen Mythologie 1895, Nachdruck 2003
Heimatverein Vorhelm: Vorhelm. Ein Heimatbuch, Vorhelm 1954
Isenberg Gabriele und Rommé, Barbara, (Hrsg.): 805. Liudger wird Bischof. Spuren eines
Heiligen zwischen York, Rom und Münster. [2005]. Dokumentation zur gleichnamigen
Ausstellung im Stadtarchiv Münster.
Kötzschke, Rudolf, Hrsg: Die Urbare der Abtei Werden. A) Die Urbare vom 9.-13.Jh.
Rheinische Urbare, 2. Band
Leidinger, Paul: Von der karolingischen Mission zur Stauferzeit. Beiträge zur früh- und
hochmittelalterlichen Geschichte Westfalens vom 8.-13. Jahrhundert. Warendorf 2012.
In Quellen und Forschungen zur Geschichte des Kreises Warendorf. Band 50,
Schlaug, Wilhelm: Die altsächsischen Personennamen vor dem Jahr 1000,
Lunder germanistische Forschungen 34, Lund-Kopenhagen 1962
Senger, Basilius, Hrsg: Liudger in seiner Zeit. Altfrid über Liudger. Liudgers Erinnerungen,
Münster, 1982
Senger, Basilius: Liudger, Leben und Werk. Münster 1984
Thissen, Werner, Hrsg: Das Bistum Münster, Münster 1993
Tiefenbach, Heinrich: Zur frühen Werdener Sprachgeschichte. Die Namengraphien der Vita Liudgeri, in:

 

1 Arnold Angenendt: Liudger, Missionar, Abt, Bischof im frühen Mittelalter, Münster 2005, S. 33
2 Zum „letzten“ Kampf an der Lippe siehe Paul Leidinger: Von der karolingischen Mission zur Stauferzeit. Quellen und Forschungen zur Geschichte des Kreises Warendorf, Bd. 50, Warendorf 2012, S. 145
3 Angenendt S. 85-88
4 Angenendt S. 102-104
5 Leidinger S. 75-91
6 Leidinger S. 88 mit Hinweis auf Hömbergs Untersuchungen
7 Angenendt S. 98-102
8 Werner Thissen (Hrsg.) Das Bistum Münster, Münster 1993, Bd. I, S. 50
9 Ebd
10 Angenendt S. 12
11 Sed nos haec, quae a presenti longiuscule sunt tempore remota, eorum fidei, qui se vidisse testati sunt, relinquemus; ad ea potius evolvenda articulum flectamus, quae non ex longinquo petenda sunt, sed proximo tempore, id est ab anno … 864 gesta esse probantur.
12 Quae [signa] eo indubitatius auditoribus commendamus, quo non aliorum ea relatu, ut pleraque superius, memorata cognovimus, sed ipsi oculis nostris… inspeximus.
13 Interea fama exiit, per sanctos, quorum sacrosancta pignora venerabilis abbas Adalgarius de Gallia advexit, multas operari virtutes. His adventantibus memorata mulier obviam adducta sanitatem per eorum merita ex parte percepit.
14 Meine Übersetzung weicht in einigen Punkten von der in „Vorhelm. Ein Heimatbuch“, S. 10 gebotenen ab
15 Der Name Ámulgêr, erste Silbe betont, könnte gedeutet werden als tüchtiger oder schneller Speer
16 Wörtlich eigentlich „hineinverflochten“, aber wie soll man das verstehen? Oder muß es inflexis heißen?
17 Angenendt S. 161
18 Dr. med. Lorenz Wefers in Vorhelm, Arzt für Allgemeinmedizin
19 Der Große Herder 1935, Stichwort Starrkrampf.
20 „ad eius eum memoriam se allaturum devovit“ und am Ende: „incolomem reportavit…“.
21 Vgl. dazu Angenendt S. 104-107
22 Rudolf Kötzschke (Hrsg), Die Urbare der Abtei Werden, A) Die Urbare vom 9. – 13. Jh., S. 62, Bonn, 1906

Zusammenfassung Wulfbert von Vorhelm von Pastor Hermann Honermann